Rigi Anzeiger
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Wer kontrolliert künftig Ebikons Finanzen mit?

Zwei Personen kandidieren als Mitglied der Controlling-Kommission

Jonathan Winkler (GLP) trat per Ende September 2013 aus beruflichen Gründen aus der Controlling-Kommission zurück. Für die Ersatzwahl vom 9. Februar 2014 gingen zwei Kandidaturen ein, jene von Sandor Horvath (GLP) und Daniela Mazenauer-Binder (SVP). An beide vier Fragen:

Sandor Horvath (GLP)

4 Sandor Horvath

Weshalb wollen Sie in die Controlling-Kommission gewählt werden?

Ohne Finanzplanung keine Aufgabenplanung und Zielerreichung. In der Controlling-Kommission geht es auch um den Einsatz der Finanzmittel. Ich will mitreden, wenn es um die Weiterentwicklung unserer Gemeinde geht. Ich will mich für eine nachhaltige Finanzpolitik und ein wohnliches, familien- und bürgerfreundliches Ebikon einsetzen. Wir Grünliberalen verfügen über Kernkompetenzen in den Bereichen Raumplanung und Verkehr. Das ist genau jener Bereich, in dem gemäss Ebikoner Bevölkerungsbefragung der Schuh am meisten drückt. Hier will ich zu ausgewogenen und nachhaltigen Lösungen beitragen.

Ausserdem bin ich der Ansicht, dass alle sechs Ortsparteien in der Controlling-Kommission vertreten sein sollten, damit eine breit abgestützte Meinungsbildung möglich wird. Ich sehe nicht ein, warum wir Grünliberalen unseren einzigen Sitz an die SVP abgeben sollten, die dann einen Drittel aller Sitze hätte. Ich finde es gut, wenn die SVP vermehrt auch Frauen portiert – aber bitte nicht auf unsere Kosten sondern zu Lasten eines SVP-Mannes. Denn die SVP stellt in der Controllingkommission, in der Bürgerrechtskommission und in der Planungskommission insgesamt acht Männer und keine einzige Frau…Wir Grünliberalen sind mit drei Männern und zwei Frauen in den Kommissionen und im Urnenbüro vertreten.

Welche Fähigkeiten bringen Sie für diese Aufgabe ein?

Ich habe als Delegierter und Programmverantwortlicher des internationalen Komitees des Roten Kreuzes IKRK jahrelang Programme für über 100000 Zivilpersonen mit Budgets von mehreren Millionen Franken geplant, begleitet und kontrolliert. Und ich habe grosse Teams geführt. Danach war ich als Geschäftsführer einer Nonprofitorganisation mit einem Millionenbudget für die strategische Führung und die Finanzen zuständig. Als Kommunikationsbeauftragter der Zuger Strafverfolgungsbehörden musste ich sehr sensible Aufgaben unter Zeitdruck bewältigen. Zuletzt war ich Fachreferent für Bundesratsgeschäfte und unter anderem für politische Prozesse in der Integration zuständig. Ich bringe also Management-Erfahrung, Führungserfahrung und politische Erfahrung mit.

Ihre Meinung zu den Ebikoner Finanzen?

Der Ebikoner Gemeinderat ist in den vergangenen Jahren sehr sorgsam mit den Finanzen umgegangen. Und er hat Rückstellungen für schwierige Zeiten getätigt. Wir stehen heute deswegen viel besser da als andere Gemeinden. Als Grünliberaler unterstütze ich diese nachhaltige Finanzpolitik. Denn ich bin grundsätzlich gegen eine Schuldenpolitik: Man soll nicht mehr ausgeben, als man hat. Das wäre ungerecht gegenüber künftigen Generationen.

Gibt es finanzielle Themen, die Sie speziell beleuchten wollen?

Nein, der Ebikoner Gemeinderat macht es gut. Im Bereich der Schulentwicklung und Pflegefinanzierung gibt es allerdings grosse Herausforderungen. Als Verwaltungsrechtsspezialist könnte ich den Gemeinderat dabei juristisch unterstützen.

Sandor Horvath (44) ist in Ebikon aufgewachsen, arbeitet als selbständiger Rechtsanwalt und präsidiert die Grünliberalen Ebikon/Rontal. Er ist zurzeit Mitglied der Ebikoner Planungs-, Umwelt- und Energiekommission (PUEK) und wird im Falle einer Wahl in die Controlling-Kommission sein Mandat in der PUEK niederlegen.

Daniela Mazenauer-Binder (SVP)

4 daniela Mazenauer

Weshalb wollen Sie in die Controlling-Kommission gewählt werden?

Seit nun bald 11 Jahren lebe ich mit meiner Familie hier in Ebikon, wo wir uns sehr wohl fühlen und gut eingebettet sind. Es ist mein Wunsch, mich für ein lebenswertes und attraktives Ebikon einzusetzen und mich als engagierte Frau in die Controlling-Kommission einzubringen und einen Teil der Bevölkerung zu repräsentieren. Nachdem ich dies teilweise bereits im Vorstand des Quartiervereins Höfli getan sowie die Kinderstube-Höfli ins Leben gerufen habe und diese nun bereits 1 Jahr erfolgreich leite, ist es für mich nun ein logischer weiterer Schritt, für die Controlling-Kommission zu kandidieren. Insbesondere, da es intern um die Nachfolge in der Begleitgruppe Soziales (inkl. Pflege) geht, wo ich entsprechende Erfahrungen und Kompetenzen mitbringe. Zudem glaube ich, dass die weibliche Sicht manchmal andere Aspekte beleuchten und dies in einer Lösungsfindung von Vorteil sein kann.

Welche Fähigkeiten bringen Sie für diese Aufgabe mit?

Während meiner früheren Tätigkeiten als Stations-und Pflegedienstleiterin konnte ich breite Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Behörden sammeln. Aufgrund dessen sind mir die Abläufe und Organisation des Gemeinwesens bekannt. Auch in meiner jetzigen Tätigkeit als Tagesmutter und Leiterin der Kinderstube-Höfli arbeite ich mit öffentlichen Diensten zusammen. Aufgrund der Führungs- und Budgetverantwortung, die ich als Stations- und als Pflegedienstleiterin getragen habe, sind mir eine lösungsorientierte Arbeitsweise sowie ein schonender und haushälterischer Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und Finanzen wichtig. Dazu bin ich neugierig, team- und konsensfähig und nehme sehr interessiert Anteil an den verschiedenen Bereichen, die unser Zusammenleben hier in Ebikon prägen.

Ihre Meinung zu den Ebikoner Finanzen?

Ebikon hat derzeit eine solide finanzielle Basis und musste im Unterschied zu vielen anderen Gemeinden den Steuerfuss (noch) nicht erhöhen. In wirtschaftlich guten Zeiten (Wachstum durch Rontal-Zubringer, Neuzuzüger, steigende Steuereinnahmen, usw.) ist dies jedoch auch nicht schwierig.

Wichtig jedoch ist, auch in den kommenden Zeiten die Mittel gezielt einzusetzen, damit die Gemeinde Ebikon attraktiv bleibt und wir für schlechte Zeiten gerüstet sind!

Gibt es finanzielle Themen, die Sie als mögliches künftiges Controllings-Kommissions-Mitglied speziell beleuchten wollen?

Mir ist bekannt, dass es hier in Ebikon etliche Familien gibt, die hart arbeiten und sparen müssen, um ihre Steuern begleichen zu können. Deshalb setze ich mich für einen verantwortungsvollen und haushälterischen Umgang mit den Steuergeldern ein.

Die grössten Ausgaben für die Gemeinde in den nächsten Jahren werden sicherlich bei den Bereichen Bildung und Pflege bzw. Wohnen im Alter liegen. Dies aufgrund der Vorgaben des Kantons (Zweijahres-Kindergarten sowie Pflegefinanzierung), die die Gemeinde umsetzen muss. Zudem werden die Schülerzahlen in der Gemeinde ansteigen.

Aufgrund meiner Kompetenz und Interessen in diesem Bereich, ist es mir sicherlich wichtig, diese Themen anzuschauen, den Handlungsspielraum abzuschätzen und für attraktive Lösungen für alle Beteiligten einzustehen.

 

Daniela Mazenauer-Binder (37) In Baldingen AG aufgewachsen, lebt mit Familie seit 11 Jahren in Ebikon. Ausgebildete Pflegefachfrau HF mit Führungserfahrung (Pflegedienstleitung) und ausgebildete Spielgruppenleiterin. Zurzeit Familienmanagerin, Tagesmutter und Leiterin einer Kinderstube. Vorstandsmitglied Quartierverein Höfli, Initiantin und Leiterin der vom Quartierverein geführten Kinderstube-Höfli