Rigi Anzeiger
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Wer zahlt dem Samichlaus den Bart?

So finanzieren sich die Samichläuse von Adligenswil, Buchrain, Ebikon, Meggen, Küssnacht und Risch-Rotkreuz

Jedes Dorf hat seine eigene Samichlaus-Tradition. Meist mit freiwilligen Beiträgen werden die guten Dienste des Samichlaus honoriert.

In Adligenswil erfolgt der Auszug des Samichlaus meistens am ersten Dezember-Wochenende. Auf dem Zentrumsplatz Teufmatt liest er eine Geschichte aus seinem dicken Buch vor. Der Adliger Samichlaus besucht dieses Jahr zirka 90 Familien mit über 200 Kindern. 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer machen es möglich, dass der Sankt Nikolaus, begleitet von zwei Dienerinnen, zwei Ruprechten und Trychlern an vier Abenden durch das Dorf ziehen kann. Die Kirchgemeinde St. Martin leistet einen Beitrag an die Aufwendungen des St. Nikolaus- und Jugendvereins. «Durch verschiedene Aktionen für die Kirchgemeinde kommen wir zu zusätzlichen Einnahmen. Über die Höhe des Beitrags der besuchten Familien entscheiden diese selber. In der Regel sind es ab 20 Franken aufwärts. Die finanzielle Situation des Vereins ist positiv, man kann den Samichlaus finanziell ausgeglichen gestalten. Der grösste Teil der Arbeit erfolgt auf freiwilliger Basis», hält Sebastian Dresselhaus, Präsident des St. Nikolausvereins, fest.

Am Samstag, 30. November besammeln sich in Buchrain Kinder mit ihren Eltern vor der Kirche St. Agatha. Begleitet von Trychlern und zwölf Dienern geht es in den Cholbenwald, wo sie den Samichlaus und seinen Knecht Ruprecht in ihrem Häuschen abholen. Begleitet von Trychlern und zwei Eseln kehren alle auf den Kirchenplatz zurück, wo der Samichlaus zu den Kindern spricht. Jedes Kind erhält einen Lebkuchen. «Auch die Kindergärten von Bueri besuchen den Samichlaus in seinem Haus im Cholbenwald. Er besucht weiter das Altersheim Tschannhof und die Wohngruppe Moosweid. Im Dorf macht er Besuche bei zirka 120 Familien mit rund 300 Kindern», berichtet Franz Nager, Präsident der Samichlausen-Gesellschaft Buchrain. «Die Aktivitäten unserer Gesellschaft werden vorwiegend durch die Jahresbeiträge der einzelnen Mitglieder finanziert. Gemeinde, Kirchgemeinde und FrauenImPuls spenden dieses Jahr einen Beitrag. Zusätzlich kommen die freiwilligen Spenden der besuchten Familien hinzu. Die Eltern stellen vor der Türe die Bescherungssäcklein bereit. Knecht Ruprecht packt sie in seinen Sack und gibt sie während des Besuchs dem Samichlaus zur Weitergabe an die Kinder. Falls keine Geschenke vor der Türe sind, hat der Ruprecht sogenannte «Notsäcklein» mit Nüssen, Schoggi und Mandarinli bei sich.» Franz Nager hält fest: «Die Finanzen sind im Lot. Es ist kein ‹gewinnbringendes Geschäft›, was es auch nicht sein muss. Die leuchtenden Augen der Kinder, Eltern und Grosseltern sind Lohn genug.»

In Ebikon begrüsst der Samichlaus mit Knecht Ruprecht, Schmutzli und Esel am Montag vor dem ersten Adventssonntag im Wald bei einer Waldhütte die Mädchen und Buben der acht Kindergärten. Am ersten Adventssonntag selbst kommt um 17 Uhr, begleitet von Fanfarenklängen, der Samichlaus aus der Pfarrkirche und empfängt die wartenden Diener, Zwärgli, Esel, Trychler, Geislechlöpfer sowie viele Kinder und Erwachsene.
In der ersten Adventswoche besucht der Samichlaus mit Gefolge die Heime Höchweid, Känzeli, Sonnegärtli, das Pfarreiheim sowie die Kindergärten. Je nach Anmeldung folgen zwischen 210 und 230 Familienbesuche bei über 400 Kindern. Der Knecht Ruprecht oder ein Diener hat einen Korb mit Geschenk-Chlaussäcklein bei sich – und natürlich auch Ruten. Die Trychler und Chlöpfer ziehen durch das Dorf, während der Samichlaus seine Besuche macht. Den Familien, die sich für einen Besuch angemeldet haben, ist es freigestellt, dem Ruprecht in sein «goldenes Kässeli» einen Obolus zu entrichten oder sich bloss mit Dankesworten zu verabschieden.
Jedes Mitglied der Samichlausen-Gesellschaft Ebikon zahlt einen Jahresbeitrag von 250 Franken. Die Einwohner- und Kirchgemeinde entrichten einen bescheidenen Beitrag in die Kasse. Die gesamte Vereinsarbeit wird freiwillig und unentgeltlich geleistet. «Die finanzielle Situation unserer Gesellschaft kann als ‹zufriedenstellend› bzw. ‹ausgeglichen› beurteilt werden», hält Ehren-Chlausenvater Franz Busch fest.

In Meggen sind der Samichlaus und sein Gefolge motorisiert: der Chlaus, ein Diener, ein Schmutzli und ein Alter Mann machen die Familienbesuche, während der Traktorfahrer, der Wagenwart, vier Trychler und zwei Geislechlöpfer im Freien warten. Der Samichlaus bringt jeder Familie ein Chlaussäckli mit, gefüllt mit Nüssen, Mandarinen, Äpfeln, Lebkuchen, Schokolädli und Sugus. Rund 130 Familienbesuche sind angemeldet. Auch das Altersheim, die Kindergärten, MAPAKI und heuer auf speziellen Wunsch auch die Oberstufenschule werden besucht.
Die Megger St. Niklaus Gesellschaft erhält, wie andere Vereine auch, einen festgesetzten Jahresbeitrag von der Gemeinde. An der Megger Chilbi und am Weihnachtsmarkt nimmt die Gesellschaft teil und kann zusätzliche Einnahmen generieren. «Einen grossen Anteil der Ausgaben macht der Einkauf der Chlaussäckli aus. Auch die Instandhaltung des Materials verursacht Kosten, wie zum Beispiel die Anschaffung von neuen Bartgarnituren für die Chläuse und die Alten Mannen. So sind wir darauf angewiesen, dass uns die besuchten Familien einen angemessenen Betrag bezahlen. So zirka 35 Franken pro Kind müssten es eigentlich sein, damit uns am Ende noch etwas übrig bleibt», hält Präsident Benno Betschart fest. «Glücklicherweise haben wir pro Saison noch 2 bis 3 Sonderevents, welche noch zusätzliche Einnahmen bringen. Trotz Kosten ist es uns ein grosses Anliegen, den Samichlaus-Brauch weiterhin zu pflegen und den Kindern Freude zu bereiten.»

Der offizielle Samichlaus der St. Niklausengesellschaft Küssnacht, Peter Büeler, berichtet: «Schon am 24. November wurde der Samichlaus von vielen Kindern und Familien in einer Waldhütte im Allmigwald abgeholt. Jetzt ist der St. Nikolaus bereits auf Besuch bei Kindergärten, Schulen, Pflegeheimen, Spielgruppen, Kinderhorten und natürlich bei Familien in Küssnacht und Merlischachen. Die Familienbesuche erfolgen mit dem Samichlaus und zwei Schmutzli. Die Schmutzli haben einen Bescherungssack dabei, ein Glöcklein, eine Laterne und natürlich auch eine Rute. Die Familien – wir besuchen rund 120 Haushalte, wobei bei vielen Besuchen mehrere Familien anwesend sind – legen die Klausensäckli vor die Türe, die der Samichlaus dann den Kindern abgibt. Zudem werden noch Chräpfli, Nüsse und gedörrte Birnen auf den Tisch geleert, welche von der St. Niklausengesellschaft gespendet sind.»
Alle Samichlausaktivitäten werden von der St. Niklausengesellschaft Küssnacht finanziert. Mit über 1600 Mitgliedern ist die St.Niklausengesellschaft ein grosser Verein, dessen finanzielle Situation gut ist. Der Vorstand und die Samichlausengruppen und viele weitere Helfer leisten viel ehrenamtliche Arbeit. «Auch die katholische Arbeitnehmerbewegung macht in Küssnacht Samichlausbesuche. Diese Samichläuse mit Schmutzli gehen tags-über während vier Tagen zu Senioren und Seniorinnen, die über 80 Jahre alt sind, zu Männern und Frauen, die während des Jahres die Partnerin oder den Partner verloren haben sowie zu behinderten und kranken Mitmenschen», so der Küssnachter Samichlaus Peter Büeler.

Die Chlausengruppe Risch-Rotkreuz kann im nächsten Jahre ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Der Präsident der Gruppe, Frank O. Nötzli: «Ich organisiere alle Eltern-, Firmen-, Kindergärten- und Gemeindeverwaltungsanfragen, bespreche alle Termine. Vom 1. bis 9. Dezember ist der Chlaus mit Schmutzli jeden Abend zu Besuchen unterwegs.» Zurzeit sind in Risch, Holzhäusern und Buonas rund 200 Kinder und zirka 100 Chlausbesuchs-Anlässe gemeldet. 25 Vereinsmitglieder helfen mit, die Samichlausbesuche gut zu gestalten und den Kindern Freude zu bereiten. In Risch-Rotkreuz werden nur Kinder bis zum 10. Altersjahr besucht. Ein Beitrag von mindestens 20 Franken zur Deckung der Kosten wird erwartet.