Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Wichtige Faustregeln im digitalen Dschungel

Über 300 Erwachsene interessierten sich in Rotkreuz für Facebook & Co.

Handy, Internet, Games und Social-Media stehen bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. Um Eltern und Lehrpersonen für die Medienerziehung zu sensibilisieren, lud die Schulleitung und Gesundheitsförderung Risch-Rotkreuz zu einem Abendanlass. Dieser war vollbepackt mit Informationen und wichtigen Faustregeln im Umgang mit digitalen Medien.

«Nagelsichere Betty Bossy-Rezepte können Sie heute keine erwarten», eröffnete Maria Voney, Beauftragte Gesundheitsförderung Schulen Risch den Abendanlass, zu dem rund 200 Eltern und 110 Lehrpersonen erschienen waren. Durch den digitalen Dschungel führte Urs Utzinger, Co-Leiter des Zentrums für Medienbildung und Dozent Medienpädagogik und Informatikdidaktik der Pädagogischen Hochschule Luzern. Er beleuchtete das Verhalten der Jugendlichen unter Einbezug der sogenannten James-Studie, die alle zwei Jahre durchgeführt wird. So ging aus jener von 2012 hervor, dass über 90 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahre ein Handy besitzen, dicht gefolgt von Computer/Laptop, digitaler Fotokamera sowie Internetzugang. Bei den Freizeitbeschäftigungen nimmt dementsprechend die Handy- und Internetnutzung die ersten beiden Ränge, MP3 hören den dritten und Freunde treffen den vierten Platz ein.

Einmal im Internet, immer im Internet

Unlängst wurde bekannt, dass die Nachrichtenaustauschform «What’s App» bei den Jugendlichen sehr beliebt ist und «Facebook» den Rang abgelaufen hat. Urs Utzinger dazu: «Es sollte in Frage gestellt werden, ob das stimmt.» Er verwies auf Manipulationen, wie sie auch bei Bildern oder Suchmaschinen vorkommen. «What’s App» könne auf jeden Fall auch positiv genutzt werden, so etwa zum Lernen über eine Klassen-App. «Kik» funktioniere ähnlich wie «What’s App», doch in dieser Nachrichtenform sah Utzinger eher eine Gefahr für Jugendliche, da sie anonym ist. «Instagram», das eher ein Bild-Netzwerk sei, verleite Jugendliche dazu eher zu viel als zu wenig von sich preis zugeben. Bei «Snapchat» kann jeder selber bestimmen, wie lange das Bild zu sehen ist. Doch verschwindet es nie wirklich, gelangt lediglich in einen Unterordner. Der Dozent riet Kindern und Jugendlichen – bei welcher Plattform auch immer – nur gerade das von sich zu zeigen, was man auch auf einem Bahnhofplatz zu zeigen bereit sei. Das gelte auch für Facebook. Dann sagte er noch: «Es gibt eine Faustregel: Was einmal im Internet ist, kann nie mehr entfernt werden.

Games und Passwörter

«Die meisten Spiele sind harmlos. Man kann auch aus ihnen lernen», erläuterte der Referent. Bedenklich bezeichnete er etwa GTA (Grand Theft Auto) V, das ein Verkaufsrenner war. In diesem Spiel sind beispielsweise Folterszenen integriert. «Dieses Spiel ist für Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet», unterstrich Utzinger. Er verwies auf PEGI, eine internationale Gemeinschaft, die Empfehlungen für interaktive Software an Eltern und Erwachsene abgibt. Die Videos von «You Tube» fand Utzinger lustig und unterhaltsam. Ausserdem sei hier nicht sexuell Anstössiges zu finden. Bei der Wahl der Passwörter sagte er: «Leiten Sie Ihre Kinder dazu an, die ersten Buchstaben eines Satzes zu nehmen. Dieser Satz kann auch schräg sein, zum Beispiel: ‚Wieso bin ich am Morgen immer müde‘. Das Passwort würde dann lauten: WbiaMim.» Ein weiterer Rat von Utzinger: «Die Handynummer nur an Menschen weiter geben, die man persönlich kennt. Niemals aber im Internet bekannt geben.»

Eltern sind sich der Verantwortung bewusst

Nach dem sehr dicht bepackten Vortrag konnten sich die Besucherinnen und Besucher in Gruppen austauschen. Sie stellten danach dem Referenten Fragen wie «Wo kriege ich Hilfe, wenn sich ein Kind ‚reingeritten‘ hat?» Utzinger verwies an die Schulsozialarbeit oder an die Pro Juventute.

«Ich würde digitale Medien als Fach in der Schule einführen. Mich hätte auch das Thema Verschuldung Jugendlicher durch Internetspiele interessiert», meinte eine Mutter von drei Söhnen nach dem Abendanlass. Diese wie auch eine andere Mutter offenbarten sich als interessierte und verantwortungsbewusste Erziehungsberechtigte, die sich mit digitalen Medien auseinandersetzen. «Das ist nicht bei allen Eltern so», meinte eine von ihnen aufgrund der Gespräche, die in Gruppen stattfanden.

 

Nützliche Links
www.geschichtenausdeminternet.ch
www.jugendundmedien.ch
www.klicksave.de > Service > Für Kinder > Klick-Tipps
www.kinderonline.ch
www.blinde-kuh.ch
www.fragfinn.ch
www.klicktipps.ch
www.seitenstark.de
www.pegi.info
www.projuventute.ch