Rigi Anzeiger
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Wie sich Weggis schützen will

Gemeinderat informiert über geplante Schutzmassnahmen

Mit Dämmen, Netzen und umfassenden Felssicherungen will sich Weggis gegen die von der Rigi drohenden Naturgefahren wappnen. Am 30. November stimmen die Weggiserinnen und Weggiser über einen 12,4-Millionen-Kredit für diese Massnahmen ab.

Gefährliche Rigi: Felsturm oberhalb der Laugneri.

Gefährliche Rigi: Felsturm oberhalb der Laugneri.

«Wir müssen den Tatsachen in die Augen schauen» – mit dieser Kernaussage eröffnet der Weggiser Gemeinderat die Informationskampagne im Hinblick auf die Naturgefahren-Abstimmung. Er weist auf «die Gefahren oben an den Hängen über unserem Dorf» hin. Frühere Naturkatastrophen dokumentieren das: 1661 wurde das alte Bad Lützelau verschüttet, 1795 rutschte das ganze Oberdorf in den See, im August 2005 zerstörte das Unwetter mehrere Wohnhäuser im Gebiet Laugneri durch einen Erdrutsch. Auch die Felsblöcke in den Wiesen und Weiden am Rigihang seien Belege für die Gefahren, die am Berg drohen.

Aus der Vergangenheit lernen
«Das Schlimmste ist das Vergessen», mahnt der Gemeinderat in seiner Information zur Abstimmungsvorlage. «Wir wollen jedoch keine weiteren Katastrophen, sondern jetzt Massnahmen ergreifen, die wirksam sind, und nach deren Realisierung wir wieder zur Tagesordnung übergehen können.» Nach dem Unwetter von 2005 wurde als Notmassnahme ein Damm in der Laugneri erstellt, die Verbauung des Rubibachs in Angriff genommen und die Überwachung und Notfallplanung aktualisiert. Der Gemeinderat weist auch auf die Notmassnahme in der Horlaui, wo für fünf Wohnhäuser im letzten August per Polizeiverfügung ein dauerhaftes Betretungs- und Nutzungsverbot und Abbruchverfügungen erlassen werden mussten. Mit den jetzt zu treffenden Massnahmen müssten weitere «rote» Gefahrengebiete in der Gemeinde gesichert werden, schreibt der Gemeinderat.

Verantwortung wahrnehmen
Die Schutzmassnahmen seien nicht nur komplex und teuer, sie seien «auch mit vielen Emotionen verbunden». Es gehe um die «Sicherheit von Leib und Leben von Menschen in unserem Dorf» und um den Schutz von Sachgütern. Da könne man nicht «einfach fatalistisch sein und denken, wenn der Berg kommt, dann kommt er». Gefragt sei aber auch Realitätssinn, man könne nicht die ganze Gemeinde «mit Dämmen und Netzen und Betonnägeln verbauen». Mit den vorgeschlagenen Massnahmen könne man aber die Gefahren minimieren. «Damit nehmen wir unsere Verantwortung wahr und tun nichts anderes als unsere Pflicht», versichert der Gemeinderat.

Dämme, Netze, Sicherungen
In der Laugneri sollen die Naturgefahren mit einem robusten Schutzdamm, Steinschlagnetzen und gezielten Felssicherungen «um 96 Prozent reduziert» werden. Im Gebiet Linden sollen im Waldrandbereich zwei Schutzdämme gegen Erdrutsche und Felststürze errichtet werden.

Info-Veranstaltungen
Im Vorfeld der Urnenabstimmung führt der Gemeinderat zwei Informationsveranstaltungen durch. Am Samstag, 25. Oktober 2014, findet ein zweiter «Naturgefahren-Tag» (Beginn 9 Uhr beim Feuerwehrlokal Dörfli) statt. Im Gelände erklären Fachleute die Gefahren-Situation. Am Freitag, 14. November wird an einer Orientierungsversammlung über die geplanten Massnahmen informiert (20 Uhr MZH Sigristenhofstatt).