Rigi Anzeiger
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Wie viel Sicherheit braucht Adligenswil?

Gemeinderatskandidaten Olivier Bucheli, Ruedi Unternährer & Peter Hirschi nehmen Stellung

Drei Bewerber buhlen um den Teilzeitposten eines Gemeinderates und Sicherheitschefs. Der Rigi Anzeiger hat sie nach ihren An- und Absichten befragt. Während der Kandidat aus dem grünliberalen Lager keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sieht, fordern der SVP-Mann und der parteilose Kandidat unter anderem die Videoüberwachung der Schulanlage. Von 16 Videoanlagen ist die Rede.

Der Adligenswiler Wahlkampf hat bis jetzt vor allem durch versprayte Wahlplakate für Schlagzeilen gesorgt. Die beiden bisher unversprayten Mitbewerber verurteilen solche Schmieraktionen vehement. Schätzen aber die Vandalenplage im familienfreundlichen Luzerner Vorort sehr unterschiedlich ein. Der über die internen Gemeindeaktivitäten gut informierte Ruedi Unternährer weiss, dass die Forderung nach Videoüberwachung in Schulkreisen schon länger ein Thema ist. Olivier Bucheli dagegen setzt auf den Dialog mit Jugendlichen. Auch in der Frage, ob das Thema Sicherheit nicht eher ein Fall für einen Spezialisten ist, der mehrere Gemeinden betreut, gehen die Ansichten der drei Kandidaten weit auseinander.

Ausgabe vom 1. November: Drei Mal Adligenswil zur Wahl
Von links: Ruedi Unternährer (RU), Olivier Bucheli (OB) und Peter Hirschi (PH)

 

Sie kandidieren für das 20 Prozent Pensum eines Sicherheitschefs. Wo hat Adligenswil ihrer Meinung nach Sicherheitsprobleme oder -defizite?

OB: Der Sicherheitschef ist in Adligenswil auch zuständig für Umwelt, Energie und den öffentlichen Verkehr, wo bedeutende Herausforderungen anzupacken sind. Im Bereich Sicherheit kommt es vereinzelt zu Nachtruhestörung oder Vandalismus durch Jugendliche, ansonsten sehe ich keine gravierenden Probleme.

RU: Zum Amt Sicherheitsvorsteher gehören im Weiteren die Bereiche Energie, Umwelt, ÖV, Feuerwehr, Zivilschutz und Gemeindeführungsstab. Das Hauptthema bezüglich Sicherheitsprobleme bzw. -defizite in der Gemeinde sind die Vandalenakte rund um die öffentlichen Gebäude der Gemeinde. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf ca. 50000–60000 Franken.

PH: Sicherheitsprobleme bestehen an der Dorfstrasse in Adligenswil, in den Bereichen Post und Widspüel. Der Autoverkehr und die Fussgänger kommen sich an diesen Stellen sehr nahe. Die Fussgänger sind zuwenig geschützt. An beiden Orten sind bauliche Massnahmen nötig. Bei der Schulanlage Obmatt hat der Vandalismus die Gemeinde Adligenswil bis vor kurzer Zeit pro Jahr ca. 50000 Franken gekostet. Die Situation hat sich momentan etwas beruhigt, spricht doch der Hausdienstchef momentan «nur» noch von einem Littering-Problem was die Gemeinde trotzdem immerhin noch ca. Fr. 20000.– pro Jahr kostet.

Und wie gedenken Sie diese anzugehen?

OB: Die bestehende Leistungsvereinbarung mit der Securitas zeigt weitgehend die gewünschte Wirkung. Wichtig ist es, mit der Adliger Jugend im Dialog zu bleiben und ihr sinnvolle Freizeitmöglichkeiten anzubieten.

RU: Es wäre wichtig, solche Orte mit Kameras auszurüsten.

PH: Um diese Schulanlage wirkungsvoll zu überwachen, wären 16 Videogeräte zu installieren. Die einmaligen Kosten würden sich auf ca. Fr. 60000.– belaufen. Hier stellt sich die Frage der Verhältnismässigkeit.

Wo sehen Sie die Sicherheitsprobleme von morgen und übermorgen?

OB: Angstmacherei liegt mir fern. Eine Herausforderung sehe ich bei unserer Feuerwehr, deren Bestand und Funktionieren aufrechterhalten werden muss. Ich stelle fest, dass der Ausgleich der Sonderfinanzierung in diesem Bereich zunehmend schwieriger wird.

RU: Grundsätzlich fühlt sich das Volk in Adligenswil sicher. Zur Zeit sind wir grossmehrheitlich verschont geblieben, von Einbruchserien. Was aber in weiterer Zukunft sicher in Betracht gezogen werden muss.

PH: Grosse Aufgaben erwarten uns im Bereiche Elementarschutz. Die Umwelt hat sich verändert und wir sind neuen Gefahren ausgesetzt. Die Gemeinde muss, wenn nötig, Vorkehrungen für die Sicherheit der Bevölkerung treffen. Bei grösseren Vorkommnissen, wie etwa bei einem Atomunfall, muss auch mit überregionalen Organisationen, wie Zivilschutz, Militär usw. zusammengearbeitet werden können. Entsprechende Übungen sollten geplant und, soweit möglich, geübt werden.

Genügt ein 20 Prozent Pensum für diese Herausforderungen?

OB: Ich verfüge persönlich über die Flexibilität, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Nach einer Einarbeitungsphase wird das Pensum ausreichen, allenfalls braucht es dazu eine Anpassung gewisser Abläufe und Zuständigkeiten.

RU: Das Pensum genügt eher nicht, ausser die interne Verwaltung wird aufgestockt. Darüber ist zur Zeit eine externe Studie durch den Gemeinderat in Auftrag gegeben worden.

PH: Das Amt des Sicherheitsvorstehers (Umwelt und Sicherheit) besteht aus diversen Aufgabenbereichen. Es scheint mir, dass dies mit einem 20% Pensum nicht erledigt werden kann. Nach den Angaben des gegenwärtigen Amtsinhabers ist dies aber mit einem 30%-Pensum möglich. Die Gemeinde Adligenswil klärt gegenwärtig den Zeitbedarf für verschiedene Aufgabenbereiche ab.

Wäre ein voll professioneller Sicherheitschef, der für mehrere Gemeinden amtiert, nicht effizienter?

OB: Die Frage der Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden stellt sich generell und braucht die notwendige Beachtung. Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass eine solche Zusammenarbeit gerade im Sicherheitsbereich am dringendsten ist. Eine Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren könnte helfen, die Finanzierungsprobleme in den Griff zu bekommen.

RU: Nein. Aufgrund der im Pt. 1 erwähnten Aufgabenbereiche des Sicherheitsvorstehers sind sehr gute örtliche Kenntnisse der bestehenden Gegebenheiten eine sehr wichtige Voraussetzung. Jedoch ist in den verschiedenen Ressorts die Zusammenarbeit mit den angrenzenden Gemeinden noch mehr anzustreben

PH: Es gibt sicher einige Aufgaben die über die Gemeindegrenzen hinaus zusammengelegt werden könnten. Dies ist aber die Aufgabe des gesamten Gemeinderates. Viele Aufgaben sind aber bereits überregional organisiert. Im Sicherheitsbereich funktioniert die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Adligenswil, Udligenswil und Meggen bereits recht gut. Einen professionellen Sicherheitschef für mehrere Gemeinden sehe ich im Moment nicht. Jede Gemeinde hat ihre eigenen Vorstellungen und will genügend Spielraum.