Rigi Anzeiger
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«Wildmannli» – sagenhafte Geister

Innerschweizer Kultur in 27 sagenhaften Projekten

Nach den Projekten «Barocker Mai» (2001), «Goldene 20er» (2005) und «transit09» (2009) wird nun vom 15. April bis 15. Juni 2013 mit «sagenhaft» das vierte Kulturprojekt der Albert Koechlin Stiftung (AKS) lanciert. Eines davon geht dem Wildmannli von der Rigi auf die Spur.

«Zum Begriff sagenhaft gibt es viel Sinnverwandtes, wie erfinderisch, fabelhaft, geheimnisvoll, legendär, märchenhaft, mythisch, mythologisch, fantastisch, romantisch, übernatürlich, unerklärlich und unwahrscheinlich», sagte Walter Graf, Mitglied des Projektrates und Vorsitzender der Fachjury. In der heutigen Umgangssprache stehe sagenhaft meist für unglaublich und werde vorwiegend positiv gewertet, ergänzte Graf.

Der Projektleiter AKS, Philipp Christen, wies darauf hin, dass die Innerschweiz reich an Sagen und Legenden sei. Auch die moderne Welt, in der alles und jedes definierbar scheine und zu sein habe, sei reich an Unerklärlichem, an Unbeeinflussbarem, ergänzte Christen.

Das Spektrum der von einer Fachjury ausgewählten 27 Projekte ist vielseitig und reichhaltig. Neben Konzerten gibt es auch Theaterproduktionen, Chor und Opernaufführungen, Installationen, Ausstellungen. Ferner entstand ein Kurzfilm, der in diversen Innerschweizer Kinos als Vorfilm gezeigt wird. Ausgewählt wurden die 27 Projekte von einer unabhängigen Fachjury, die ohne Mitspracherecht durch die AKS aus 101 Eingaben die finale Selektion vorgenommen hat.

Die finanzielle Unterstützung durch die AKS stütze sich auf das eingereichte Budget, in welchem die Projektträger deutlich gemacht haben, in welcher Höhe sie von der AKS einen finanziellen Beitrag erwarten, erläuterte Peter Kasper, Präsident der Stiftung, an der zu Beginn des Innerschweizer Kulturprojektes durchgeführten Medienkonferenz in Luzern. «Grossmehrheitlich konnten die Wünsche erfüllt werden. Insgesamt werden die 27 Projekte mit 1,1 Millionen Franken gesponsert.»

Ein wichtiger Aspekt bei sagenhaft ist die Vernetzung der Kulturschaffenden. Dazu merkte Projektleiter Christen an, dass die Kulturschaffenden an 3 Treffen teilnehmen müssen, bei denen informiert, der Fokus aber auf den längeren Apéro gelegt werde, in der Hoffnung, dass die KünstlerInnen, die aus der ganzen Innerschweiz kommen, sich kennen lernen. Auch bei der Auswahl sei darauf geachtet worden, dass verschiedene Kulturrichtungen miteinander Produktionen entwickeln.

Das Kulturprojekt sagenhaft wurde am Montagabend, 15. April, in der Kornschütte, Rathaus Luzern, offiziell eröffnet, mit der Vernissage der Publikation «sagenhafte Orte». 13 Karten führen und verführen zum Entdecken von 13 sagenhaften Orten in der Innerschweiz. Ergänzt wird die Kartensammlung mit einer DVD, die von Studierenden der Hochschule Luzern (HSLU) entwickelte Animationsfilme und Musik enthält, und einer CD mit den erzählten Sagen. (AKS-Publikation «sagenhafte Orte»: ISBN 978-3-905446-15-9).

www.sagenhaft13.ch

Wildmannli – vom Zwergvolk in der Innerschweiz
Schon im 16. Jahrhundert wurden Berichte geschrieben über «Erdmännchen» im Gebiet des Pilatus und der Rigi. Man bezeichnete sie als mythische Geisterwesen. Sie tragen in jeder Region verschiedene Namen: Bergmännchen, Heiden, Wildleute, Zigeuner oder Zwerge. Sie alle erweisen sich gegenüber den Bauern im Stall und auf dem Feld als äusserst hilfsbereite und arbeitsame Gehilfen. Auf Spott und Hohn reagieren sie aber unwirsch, indem sie sich rächen oder für immer spurlos verschwinden. Da und dort zählen zu diesen Wildmannli auch Riesengestalten wie die Tschämeler von Gersau, Küssnacht und Gersau oder die Wildlüütli von Sarnen und Stans, die heute noch im Brauchtum weiterleben.

Aufführungen: So, 21. April, 17 Uhr, Waldstätterhof, Brunnen; Sa, 27. April, 19.30 Uhr, Monséjour, Küssnacht; Sa, 15. Juni, 16.30 Uhr, Ref. Bergkirche, Rigi Kaltbad. (Abendkasse eine Stunde vor Konzertbeginn).

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Projekt Wildmannli – die Übersichtskarte über die Spielorte «sagenhaft» finden Sie unter www.sagenhaft13.ch.