Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

«Wir müssen wieder lernen, Mass zu halten»

Wächterversammlung der Pro Rigi in Weggis

Total 373 Wachtgänge führten die Wächter der Pro Rigi im vergangenen Jahr aus. Die Wächterversammlung der Pro Rigi rief dazu auf, vermehrt Mass zu halten, statt stetiges Wachstum anzustreben.

Jedes Jahr treffen sich die Wächter der Pro Rigi zu ihrer Tagung und zum Gedankenaustausch. Als Tagungsort wurde dieses Jahr Weggis ausgesucht. Im Alterszentrum Hofmatt konnte Wachtchef Koni Strassmann am 26. Oktober rund 50 Personen begrüssen. Die Rigiwächter melden ihre Beobachtungen auf ihren Wanderungen dem Wachtchef. Dieser leitet diese Angaben an die Gemeinden und die Kantone Schwyz und Luzern weiter. Die Pro Rigi wurde gegründet, um die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren im Rigigebiet zu schützen. Die Rigiwächter melden zum Beispiel, wenn sie Tiere wie Rehe, Füchse, Schlangen oder seltene Vögel, Schmetterlinge, Libellen, Frösche und Erdkröten sowie verschiedene Pflanzen usw. sehen. Über den Zustand der Alpweiden, des Waldes, der Wanderwege, der Wegbeschilderungen werden positive oder negative Angaben gemacht. Wanderer werden angehalten, ihre Hunde an der Leine zu führen. Verschüttete Wegstrecken oder Murgänge werden mit Koordinatenangaben registriert. So leisten die Rigiwächter eine wichtige Arbeit. Es wurden total 373 Wachtgänge ausgeführt.

Fahrt in die Sackgasse

In seinem Wachtbericht appellierte Koni Strassmann an die Mitmenschen, vermehrt Mass zu halten. Die Klimaschwankungen treten in kürzeren Abständen und ausgeprägter zu Tage. Das Verkehrsaufkommen hat massiv zugenommen und damit auch die Menge am CO2-Ausstoss. Bis ins Jahr 2032 soll sich der Flugverkehr auf der Welt verdoppeln. Die Kreisläufe der Natur führen in eine Sackgasse. Koni Strassmann meinte: «Wir Menschen müssen wieder lernen, Mass zu halten. Ein stetiges Wachstum ist nicht möglich.» Mit dem Zitat von Wolfgang Goethe: «Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah», machte er auf die Schönheiten in nächster Nähe aufmerksam. Dass diese Schönheiten in nächster Nähe liegen, zeigte uns der Fotograf Markus Haab in seinem anschliessenden Vortrag «Artenvielfalt im Naturschutzgebiet Segel Schutt am Lauerzersee». Die Bilder entstanden auf neun Begehungen anlässlich der Erstellung des Schmetterlingsinventars 2011. Im Bildervortrag sind einerseits Landschaften dieses einzigartigen Naturschutzgebietes zu sehen, andererseits werden Nahaufnahmen von Schmetterlingen, Heuschrecken, Amphibien und Insekten gezeigt. Zu diesen fantastischen Naturschönheiten gilt es Sorge zu tragen.

Nach diesen eindrücklichen Bildern wurden die Wächter von der Pro Rigi zum Nachtessen in der Cafeteria Hofmatt eingeladen.

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Das Naturschutzgebiet Segel Schutt am Lauerzersee.