Rigi Anzeiger
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Wo schlafen die Senioren während der Bauphase?

29 Alterswohnungen beim «Sunneziel» Meggen geplant

Der Stiftungsrat hat im Mai 2013 das Vorprojekt genehmigt. Eine Kostenberechnung und ein straffer Zeitplan liegen vor. Ein Knackpunkt ist aber noch die Unterbringung der Bewohnerinnen und Bewohner während der Bauzeit.

Am Ort des Geschehens, im Saal des Seniorenzentrums Sunneziel, orientierte Arthur Bühler, Stiftungsratspräsident Stiftung Alterssiedlung Sunneziel, am Mittwoch über den Stand des Projekts zur Erweiterung des Seniorenzentrums. Die Fakten zur Ausgangslage sind klar: In Meggen ist bis ins Jahr 2030 mit einer starken Zunahme der über 65-Jährigen zu rechnen. Bei einer Umfrage wünschten sich 37 % der Meggerinnen und Megger eine Alterswohnung im Umfeld des «Sunneziel». Bei Pflegebedürftigkeit bevorzugen mehr als die Hälfte der Befragten ein Einzelzimmer. Zudem ist das Seniorenzentrum der grösste Arbeitgeber in Meggen mit über 160 Mitarbeitenden, davon 20 Lernende. Gefragt sind hier moderne Arbeits- und Ausbildungsplätze. Das «Sunneziel» deckt einen zentralen Aufgabenbereich der Gemeinde ab. Die Megger Wohn- und Lebensqualität soll auch im Alter, auch in Zukunft gewährleistet sein.

Das Vorprojekt für das Sunneziel sieht einenen Neubau mit 29 Alterswohnungen sowie Um-, Neu- und Aufbauten beim bisherigen Zentrumsgebäude vor. Harmonisch wird Neues mit Bestehendem kombiniert und ein Ensemble von hoher architektonischer Qualität geschaffen. Knacknuss am Ganzen ist die Unterbringung der Bewohner während der Bauphase.

ERW Sunneziel Pflegezimmer

ERW Sunneziel Zentrum

Der Neubau mit den Alterswohnungen wird eine Einstellhalle mit Parkplätzen, im Erdgeschoss eine Arztpraxis und auf drei Etagen drei 3½- und 26 2½-Zimmerwohnungen umfassen. Der Bau wird im Minergie-Standard errichtet und mit Sonnenkollektoren für Warmwasser und einer Fotovoltaik-Anlage für eine Stromproduktion von 86000 kWh jährlich ausgerüstet.

Im erweiterten Zentrumsbau sind 66 Einzelzimmer im Pflegeheim vorgesehen mit der Option, diese auch als Doppelzimmer nutzen zu können. Die Küche, das Restaurant Au Premier, das Café Harfe und die Lingerie werden erneuert. Der ganze Eingangsbereich, die Kapelle und die Räumlichkeiten für die Verwaltung werden umgebaut und zum Teil neu platziert. Die Parkanlagen werden erweitert und mit abwechslungsreichen Spazierwegen ausgestattet. Für das Projekt zeichnen ScheitlinSyfrig Architekten verantwortlich.

3 Millionen für Zwischenlösung
Die Kosten für den Neubau mit den Alterswohnungen belaufen sich auf 14,5Millionen, der Zentrumsbau ist mit Kosten von 22,5 Millionen Franken veranschlagt. Insgesamt also 37Millionen. Während der Bauzeit ist es unumgänglich, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des «Sunneziel» in einer anderen Institution untergebracht werden können. Diese vorübergehende Unterbringung der Betagten stellt sich als Knacknuss heraus und ist im Kostenvoranschlag mit 3Millionen Franken eingesetzt. Für die Finanzierung des Vorhabens sind Tragbarkeitsberechnungen gemacht und Kontakte mit möglichen Kostenträgern aufgenommen worden.

Im Terminplan ist die Baueingabe für Oktober 2013 geplant. Nach Vorliegen der Baubewilligung ist im März 2014 die Baufreigabe, im September 2014 der Baubeginn vorgesehen. Das Bauende ist auf Mai 2016 terminiert. Der Zeitplan ist sehr ehrgeizig – eine baldige gute Lösung für die Unterbringung der Bewohnerinnen und Bewohner während der Bauzeit ist aber eine wichtige Voraussetzung.

 

«Der grösste KMU-Betrieb in der Gemeinde»

Arthur Bühler, Stiftungsratspräsident «Sunneziel»

buehler arthur_meggen

Nach Ihrem Rücktritt als Megger Gemeindeammann haben Sie das Mandat des Stiftungsratspräsidenten «Seniorenzentrum Sunneziel» übernommen. Welche Kernaufgaben beinhaltet diese Funktion?
Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Stiftungsrat lege ich die Strategie des Seniorenzentrums fest und habe die Oberleitung sowie die Aufsicht und Kontrolle über die Zentrumsleitung inne. Als Präsident vertrete ich die Stiftung nach aussen, bin Ansprechperson für Fragen der Zentrumsleitung, überwache die Einhaltung der Beschlüsse des Stiftungsrates und wahre die Interessen der Gemeinde. Aktuell leite ich auch das Bauprojekt «Erweiterung Sunneziel».

Was hat Sie motiviert, dieses Aufgabenfeld als Pensionierter zu übernehmen?
Als frisch Pensionierter zieht es mich zur Gruppe der jungen Alten hin, also zu Jenen, die nach der Pensionierung, nebst den Genüssen des freien Lebens zu frönen, auch noch etwas Sinnvolles tun möchten. Und als sich mir die Chance bot, als Stiftungsratspräsident des “Sunneziel“ Meggen nochmals in einer interessanten Aufgabe für das Gemeinwohl tätig zu sein, hat mich diese Funktion besonders gereizt. Als Stiftungsratspräsident den grössten KMU-Betrieb in der Gemeinde eine gewisse Zeit zu begleiten, nahe bei den über 160 Beschäftigten und 120 Bewohnerinnen und Bewohnern zu sein, ist schon eine tolle, aber auch herausfordernde Aufgabe. Das gefällt mir sehr am neuen Job.

Die Arbeiten rund um das Projekt “Erweiterung Sunneziel“ nehmen Sie wohl zurzeit sehr in Beschlag.
Ja, das kann man wohl sagen. Ein 40 Millionen Bauprojekt mitplanen zu dürfen und zur Ausführung zu bringen, erfordert von allen Beteiligten einen hohen Einsatz. Diesen Prozess zu leiten und zu koordinieren verlangtaber auch von der Führungsperson einiges an Einsatzstunden. Der Wille und die Bereitschaft, sich im Denken und Handeln als Generalist in ein solches Projekt eingeben zu wollen, müssen natürlich unbedingt da sein. Und das erfordert Zeit und Aufwand. Es macht mir aber Freude – und noch mehr freut es mich, dass ich auch genügend Zeit habe, die andere Seite des Pensioniertseinszu geniessen.

Die Erfahrungen als ehemaliger Gemeindeammann als guter Rucksack?
Ganz sicher profitiere ich heute von meiner Tätigkeit als Gemeindeammann. Auch in meinem neuen Job sind Fähigkeiten wie Menschen führen und Finanzen vernünftig planen und einsetzen können sehr wichtige Voraussetzungen. Daneben nützen mir die Erfahrungen und das angeeignete Wissen der Raumplanung und des Bauwesens sehr. Auch die aufgebauten Beziehungen aus dem gesellschaftlichen und politischen Netz und die Erfahrungen daraus, die richtigen Fäden zu ziehen, gute Gespräche und Verhandlungen zuführen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, erleichtern die Sache.

Was liegt Ihnen bei der Planung und Realisierung der «Erweiterung Sunneziel» persönlich am Herzen?
Der grösste Wunsch ist natürlich der, dass das Werk am Ende erfolgreich abgeschlossen werden kann. Daneben habe ich in diesem Projekt selbstverständlich einen Herzenswunsch, für den ich mich bei jedem Arbeitsgang voll einsetze: Ich möchte, dass das grosse Projekt «Erweiterung Sunneziel» nicht nur den hohen Ansprüchen der Wohn- und Lebensformen im Alter der nahen Zukunft genügt, sondern dass sich der heutige grosse ideelle und materielle Einsatz auch für die älteren Menschen und Generationen von morgen lohnt. Denn nur so macht unser Projektmotto auch Sinn: Zukunft «Alter» hat Zukunft in Meggen.