Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Zahlenberg unter der Lupe

Region: Bei den nationalen Abstimmungsgeschäften und der kantonalen Vorlage lagen die Gemeinden im Rigiland im Trend. Bei den Gemeindevorlagen in Buchrain und Ebikon gab’s faustdicke Überraschungen. Das zeigt der Blick mit dem Vergrösserungsglas auf den Zahlenberg aus den Urnenbüros.

Von den 15 Gemeinden im Verbreitungsgebiet des RigiAnzeigers hat am vergangenen Sonntag keine ein anderes Ergebnis zu den nationalen Vorlagen geliefert, als es dem nationalen Trend entsprach. Auch beim Uni-Gesetz stimmten die 13 Luzerner Gemeinden im «Rigiland» so, wie das Gros im Kanton. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich allerdings interessante Abweichungen in der Ablehnung der nationalen Initiativen und der Zustimmung zum kantonalen Gesetz.

Vitznau: Goodwill für Steuerinitiative
Bemerkenswert ist beispielsweise der Unterschied bei der Zustimmung zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung zwischen Vitznau und Meggen. In der Seegemeinde an der Rigi fand die Linksaussen-Initiative eine Zustimmung von knapp 47 Prozent. In der steuergünstigen Vorortsgemeinde liegt der Ja-Stimmenanteil unter 32 Prozent. Ebenfalls deutlich unter dem schweizerischen Ja-Mittel liegen Risch-Rotkreuz und Küssnacht. Interessant ist der hohe Ja-Stimmenanteil in Vitznau, weil die Jungsozialisten in der letzten Phase des Abstimmungskampfes eine medienwirksame Polemik gegen den in Vitznau ansässigen und tätigen Grossinvestor Peter Pühringer losgetreten hatten. Bei der Ecopop-Initiative lieferte keine Gemeinde im Rontal, Habsburgeramt und an der Rigi einen Ja-Stimmenanteil über 35 Prozent. Am wenigsten Zustimmung fand sie in Meggen und Adligenswil (unter 24 Prozent Ja-Stimmenanteil).

Uni-freundliches Meierskappel
Bei der Abstimmung zum Luzerner Universitätsgesetz (Erweiterung um eine Wirtschaftsfakultät) zeigt die kantonale Abstimmungs-Landkarte ein Ja-Nein-Gefälle zwischen eher peripheren Gemeinden mit starken bürgerlichen Wähleranteilen und Stadt und Agglogemeinden mit höheren Wähleranteilen für SP und Grüne, die das Referendum gegen das Uni-Gesetz ergriffen hatten. Im Rigiland findet das die Entsprechung im klar überdurchschnittlichen Ja-Stimmenanteil von Meierskappel und Meggen (über 60 Prozent) und der knappen Zustimmung in Adligenswil (knapp 53 Prozent) und Buchrain (knapp 54).
Ebikon, das im Vorfeld der Abstimmungen vom 30. November 2014 von ETH-Forschern zur quasi repräsentativen schweizerischen Abstimmungsgemeinde erkoren worden war (Rigi Anzeiger Nr. 48 vom 28. November «Ebikon als ‹Polit-Oraklikon›»), lieferte bei allen drei nationalen Vorlagen die gleichen Ergebnisse wie das schweizerische Schlussresultat, allerdings mit zwei und mehr Prozentpunkten Abweichung (siehe Bericht Seite 6).

Katzenjammer in Buchrain
Bei den drei kommunalen Urnenabstimmungen in den Rigiland-Gemeinden gab’s zwei faustdicke Überraschungen. Der Gemeinderat von Buchrain musste mit der deutlichen Ablehnung von Budget und Steuererhöhung im Verhältnis von 41,7 Prozent Ja zu 58,3 Nein) eine empfindliche und wohl auch schmerzliche Niederlage hinnehmen. Im Vorfeld der Abstimmung hatten Gemeinderat, CVP und SP eindringlich auf die Notwendigkeit der Steuererhöhung um zwei Zehnteleinheiten hingewiesen. Die FDP.Die Liberalen Buchrain-Perlen und ein anonymes Flugblatt empfahlen, Budget und Steuererhöhung abzulehnen. Ihnen ist der Souverän jetzt gefolgt – und im Gemeindehaus herrscht Katerstimmung. Es gebe «keinen Plan B» für den Fall eines Nein, sagte Finanzvorsteher Patrick Bieri vor der Abstimmung (Rigi Anzeiger Nr. 48 vom 28. November «Anonymes Flugblatt sorgt für Ärger»), wie ein neues Budget aussehen könnte, sei «völlig offen».
Grund zur Freude bescherte der Souverän am Abstimmungssonntag den Gemeinderäten von Ebikon und Weggis. Überraschend wuchtig mit einem Nein-Stimmenanteil von 70 Prozent wurde die Einwohnerrats-Initiative abgelehnt. Gemeinderat und CVP setzten sich gegen alle andern Ortsparteien durch. Auch Parkplatzreglement und Budget wurden von den Stimmenden klar durchgewunken.
Mit einer satten Zweidrittel-Mehrheit sagten die Weggiserinnen und Weggiser Ja zu den Schutzmassnahmen gegen die Naturgefahren in den Gebieten Laugneri und Linden, für welche die Gemeinde 4,14 Millionen Franken an die Bruttokosten von 12,4 Millionen aufwenden muss. Hanns Fuchs

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