Rigi Anzeiger
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Zahlreiche schützenswerte Bauten im Rontal

Rontal: Gemäss Haager Konvention und Bundesgesetz gilt es Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, Katastrophen und Notlagen zu schützen. Laut Bauinventar der kantonalen Denkmalpflege sind in der Region zahlreiche schützenswerte Bauten zu finden.

Das Büro- und Verwaltungsgebäude mit dem Lift-Versuchsturm der Schindler Group in Ebikon gehört zu den schützenswerten Objekten von regionaler Bedeutung. Bild Claudia Surek

Das Büro- und Verwaltungsgebäude mit dem Lift-Versuchsturm der Schindler Group in Ebikon gehört zu den schützenswerten Objekten von regionaler Bedeutung. Bild Claudia Surek

Gemäss Haager Konvention sowie Bundesgesetz vom 20. Juni 2014 gelten als schützenswerte Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten, Katastrophen und Notlagen die beweglichen wie Gemälde, Skulpturen, archäologische Funde, Bücher, Manuskripte und Archivalien sowie die unbeweglichen wie Museen, Bibliotheken, Archive usw.. Demnach gilt eine Firma nicht als Kulturgut. Unter den Kulturgütern Ebikon wird jedoch an prominenter Stelle die Aufzugsfirma Schindler & Co. aufgeführt. «Ich gehe davon aus, dass sich der Eintrag der Firma Schindler bei Wikipedia auf die einzelnen Bauten bezieht, die im Bauinventar des Kantons erfasst sind, und nicht auf das Unternehmen. Hier ist wohl lediglich die Bezeichnung etwas allgemein», meinte Nicole Imfeld, Leiterin der Bauabteilung in Ebikon. Das bestätigt das Bauinventar der Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Luzern. So gilt beispielsweise der 1956 erbaute 60 Meter hohe Lift-Versuchsturm mit verglaster Kanzel als schützenswertes Objekt, genauso das 1953 bis 1957 erstellte Büro- und Verwaltungsgebäude. Ebenfalls aufgenommen wurde das im selben Zeitraum realisierte einstige Wohlfahrtshaus in Form eines Pavillons. Auf der vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Fachbereich Kulturgüterschutz) publizierten KGS-Liste (datiert vom 1. März 2014), ist auch das historische Archiv der Schindler Group als schützenswert aufgeführt. Das ist jedoch vom Kanton Luzern noch nicht bestätigt.

Nationale und regionale Bedeutung
Bei den schützenswerten Kulturgütern wird unterschieden zwischen A- und B-Objekten, bzw. zwischen jenen von nationaler und regionaler Bedeutung. Unter erstere fallen die erwähnten Bauten und das historische Archiv der Firma Schindler nicht. Im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung sind nur das Schlössli Götzental mit Kapelle in Dierikon, das sogenannte Alt-Eschenbach mit mittelalterlicher Stadtwüstung und Burgruine in Inwil und als Spezialfall das Industriedorf Perlen zu finden.

Anders sieht es bei den im Kanton Luzern als Kulturgüter von regionaler Bedeutung aufgelisteten Objekten aus. Zu diesen gehören nebst den bereits erwähnten das ehemalige Zisterzienserkloster Rathausen (heute Stiftung für Schwerbehinderte Luzern) und der Landsitz Hünenberg in Ebikon, die katholische Kirche mit dem Wandzyklus von Pietro Chiesa in Buchrain, die Burgstelle Fahr, die Kapelle St. Katharina mit Bauernhaus und die katholische Kirche St. Peter und Paul mit Beinhauskapelle in Inwil sowie die katholische Kirche St. Martin mit Beinhaus. Gemäss einer weiteren Liste auf Wikipedia würde auch das Gasthaus Rössli mit seinem Hauptbau von 1751 in Root als schützenswertes Kulturgut gelten. Dem ist aber gemäss KGS-Liste nicht so. Sicher ist, dass dieses geschichtsträchtige Haus unter Denkmalschutz steht.

Unter Denkmalschutz
Beachtlich ist die Zahl all jener Objekte im Rontal, die als Baudenkmäler aufgeführt sind und dem Denkmalschutz unterliegen respektive als schützenswert unter anderem zur Erhaltung des geschichtlichen Erbes gelten. Ein grosser Teil sind weitere Kapellen und Kirchen sowie spezielle Häuser wie die Villa Pilatusblick in Ebikon. Weiteres Beispiel: In Dierikon zählen die Bäckerei zur Mühle, das Bauernhaus Hansmelken und die Hofgruppe Meiterdingen zu Denkmälern.

Lesen Sie im nächsten Rigi Anzeiger, welche schützenswerten Objekte sich im Rigiland befinden.