Rigi Anzeiger
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Zentralschweizer Kunstschaffen fördern

Auftakt zum 25-jährigen Jubiläum der Kunstinstitution «Benzeholz» Meggen

Meggen feiert: 950 Jahr-Jubiläum der Gemeinde, 50 Jahre Schulhaus Hofmatt I und 25 Jahre Benzeholz Raum für zeitgenössische Kunst. Gemeindepräsident Urs Brücker und Kuratorin Annamira Jochim hielten Rück-, Ein und Ausblick – und eröffneten die geplante Ausstellungsreihe zum Benzeholz-Jubiläum mit Werken von Anna Margrit Annen.

Wenn in der Öffentlichkeit Jubiläen zu feiern sind, darf der Gemeindepräsident nicht fehlen. Unter vielen Kunstinteressierten war am vergangenen Freitagabend, 14. März 2014 auch Urs Brücker zu finden, der in einer kurzen Ansprache die Bedeutung der Megger Kunstgalerie Benzeholz würdigte. Namentlich erwähnte er den anwesenden ehemaligen Gemeindepräsidenten, Franz Marbacher, der 1989 den Grundstein für die Gemeindegalerie Benzeholz legte. Im Verlaufe des 25-jährigen Bestehens der Galerie fanden hier zirka 150 Ausstellungen mit über 100 Künstlern und Künstlerinnen statt. «Das Benzeholz ist ein Ort, der weit über Meggen hinaus strahlt. Es ist ein Ort, der überregional bekannt ist», erwähnte Gemeindepräsident Urs Brücker zum Auftakt des Jubiläumsjahres und fuhr fort, «eng verknüpft mit dem Benzeholz ist auch die Megger Kunstsammlung. Man verfolgte von Anfang an das Konzept, von den ausstellenden Kunstschaffenden Werke anzukaufen. Inzwischen haben wir mehr als 500 Werke in unserer Sammlung, die zum Teil in öffentlichen Räumen ausgestellt sind. In diesem Jubiläumsjahr werden im Mai/Juni im Schloss Meggenhorn und im Benzeholz Werke aus der Megger Kunstsammlung präsentiert. Es besteht auch die Idee, eine virtuelle Ausstellung auf die Beine zu stellen, nämlich eine webbasierte Applikation, die jederzeit die Möglichkeit böte, die Bilder anzuschauen. Das wäre für die Jungen sicher ein spannender Ansatz.»

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Gemeindepräsident Urs Brücker eröffnete das Jubiläumsjahr zur Galerie Benzeholz, zum Raum für zeitgenössische Kunst, mit ein paar prägnanten Worten.

 

So nah und doch so fern

In einer längeren Laudatio ging Kuratorin Annamira Jochim auf das Schaffen der Künstlerin Anna Margrit Annen ein. Bereits in den Jahren 1993 und 2004 war Annen im Benzeholz mit einer Ausstellung zu Gast. Die laufende Ausstellung, die unter dem Titel «si proche, si loin» angesagt ist, umfasst Werke, die im letzten Jahr entstanden und teilweise erst anfangs 2014 beendet wurden. Wie der Titel der Ausstellung zum Ausdruck bringt, zeigt sich die Nähe und gleichzeitig die Weite in den Arbeiten von Anna Margrit Annen auf verschiedene Weisen. «Wir scheinen im Moment des Betrachtens etwas ganz intuitiv zu begreifen, das – wollen wir es in Worte fassen – uns schon wieder entgleitet», fasste Annamira Jochim ihre Gedanken und Eindrücke zu Annens grossformatigen Bildern zusammen.

Anna Margrit Annen: verschiedene Standorte

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«In meinen Arbeiten geht es häufig um Vernetzungen, um Verbindungen. Um Möglichkeiten, verschiedene Orte zu besuchen oder zu verbinden. Und dies sieht man auch in dieser Arbeit. Es gibt wie markierte Orte und Verbindungen zu diesen. Das ist nicht nur bei diesem Werk der Fall, sondern bei vielen meiner Arbeiten so. Mir scheint es wichtig, dass man alle Sachen nicht nur von einem festen Standpunkt aus anschaut, sondern von ganz verschiedenen Standorten aus. Aber diese Standpunkte sind miteinander in Verbindung. Man kann in diese oder jene Richtung gehen. Die Möglichkeit, etwas von allen Seiten anzuschauen, von oben und unten, von rechts und links, das gibt nach meiner Meinung vielleicht ein ‹richtigeres Bild›. Ob man sich überhaupt ein richtiges Bild machen kann, ist eine andere Frage. Aber wenn man es aus verschiedenen Orten anschaut, kann man es vielfältiger und breiter sehen.»