Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Zu viel Gewässerverschmutzung

Fischereiverband Kanton Luzern alarmiert

Gewässerverschmutzungen im Kanton Luzern verharren auf zu hohem Niveau: 2013 gab es 69 Gewässerverunreinigungen, nur zwei weniger als im Vorjahr. «Eine Verbesserung sieht anders aus», kritisiert der Fischereiverband Kanton Luzern.

Die offizielle Jahresstatistik der Luzerner Polizei zu den Gewässerverunreinigungen gibt ein trauriges Bild ab: 2007: 70, 2008: 68, 2009: 78, 2010: 60, 2011: 78, 2012: 71 und 2013: 69 Gewässerverunreinigungen. «Das heisst im Klartext, dass wir seit sieben Jahren auf dem gleich hohen Standard hocken», analysiert Franz Häfliger als Präsident des Fischereiverbandes Kanton Luzern. Und kommentiert: «Damit dürfen und können wir nicht zufrieden sein, wir erwarten eine signifikante Abnahme der Gewässerverschmutzungen.»

Gülle bleibt Spitzenreiter

In der sorgfältig geführten Statistik der Luzerner Polizei werden die Ursachen erfasst. Unangefochtener Spitzenreiter der Gewässerverunreinigungen ist die Landwirtschaft mit Gülle. Die Zahl der Güllenunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr sogar von 30 auf 36 gestiegen. Die Unfälle aus Industrie- und Gewerbeabwasser sind von 21 auf 9 Fälle zurückgegangen. Auf unverändert hohem Niveau ist mit über 20 die Rubrik «Diverse» (Ölunfälle, Löschwasser, Wasserentnahmen).

«Wer zahlt diese Schäden?»

Fischsterben nach Gewässerverunreinigungen werden separat erfasst. Diese Zahl ist von 23 Fällen (2012) auf 15 zurückgegangen, wobei auch Gülle Hauptverursacherin ist. «Da dürfen wir nicht die rosarote Brille aufsetzen», warnt Franz Häfliger, «weil wir nicht wissen was dahinter steckt.» Wie schwer sind die einzelnen Unfälle? Wie gross ist der Schaden? Wie lange bleibt ein Bach leblos? Solche Fragen sind aussagekräftiger als die Statistik. Dazu kommt, dass das Zerstören von Lebensräumen im und am Wasser genauso schlimm ist wie tote Fische. «Das ärgert nicht nur Fischer, sondern auch breite Kreise der Bevölkerung.» In diesem Zusammenhang fordert der Fischereiverband, den finanziellen und wirtschaftlichen Schaden der Gewässerverschmutzungen zu beziffern. Denn jede Unglück betreffe Fischer, Land- und Gewässereigentümer und habe kostspielige Reparatur- und Revitalisierungsmassnahmen zur Folge.

Der Fischereiverband anerkennt, dass die Mehrheit der Luzerner Bauern ihrer Verantwortung bewusst seien. Positiv sei auch, dass sich immer mehr Bauern selber bei der Polizei meldeten, wenn sie einen Unfall verursacht haben. Ebenso unterstützt der Fischereiverband die Bemühungen des Bauernverbandes und der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald für die Sensibilisierung. «Das ist alles gut und recht», sagt Häfliger, «aber am Schluss zählen Taten, nicht Worte.» Der Fischereiverband erwartet, dass es im Kanton Luzern nach einer jahrelangen öffentlichen Debatte endlich gelingt, die Zahl der Gewässerverunreinigungen und Fischsterben zu verringern. «Diese nationale Spitzenposition geben wir gerne an einen andern Kanton ab, dafür ist es höchste Zeit», so Häfliger.

5 Gewässerverunreinigungen_2012_130130
Viel zu viele tote Fische und Gewässerverschmutzungen in den Luzerner Bächen, Flüssen und Seen.