Rigi Anzeiger
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Zukunftsgerichtet gemeinsam am Ball

«Es ist mir eine Freude, den Trumpf Buur wieder zu eröffnen.» Das sind die ersten Worte aus der Rede von Rudolf (Ruedi) Fischlin. Zusammen mit seiner Verlobten Danielle Guyon begrüsste Ruedi Fischlin am Mittwoch, 11. Januar 1989 die 130 Gäste. Diese Freude strahlen sie noch heute aus, das Wirtepaar Danielle und Ruedi Fischlin.

Danielle und Ruedi Fischlin.

Danielle und Ruedi Fischlin.

«In unserer Stube soll sich der Gast wohlfühlen»
Ruedi Fischlins Eltern legten den Grundstock auf dem Ebikoner Hundsrücken mit Restaurant, Streichelzoo und Minigolf. Koch und Wirt, das wollte auch Sohn Ruedi werden und sagt über seine Lehrzeit im Restaurant Sonnegg in Meggen: «Die Ausbildung bei Bäni Krell hat mich geprägt – er war hart, aber fair.» Und er vermittelte dem jungen Berufsmann die Freude am Beruf, die bis heute anhält. Krell verinnerlichte, was einen richtigen Wirt ausmacht: Er motivierte die Mitarbeiter und war perfekter Gastgeber. Bereits als Commis de Cuisine war es für den angehenden Küchenchef Ruedi Fischlin klar: Wenn er die Liebe seines Lebens findet «dann muss sie auch mit mir wirten.» Was ihm im Kreise seiner Kollegen viele Sticheleien eintrug. Die jungen Leute konnten sich das nicht vorstellen, wurden aber eines Besseren belehrt.

Bündner Liebe
Noch war es nicht soweit mit einer Partnerin. Erst holte sich der Koch in Sternehäusern in Arosa, Bad Ragaz, auf dem Bürgenstock sowie in Zürich in der Hotel- und Restaurationsfachschule Belvoirpark das Rüstzeug für die weitere berufliche Karriere. Bereits Küchenchef im Hotel Meierhof, lernte er die Receptionistin Danielle Guyon kennen und lieben. Die Davoserin war ebenfalls auf ihren Reise- und Wanderjahren und hatte sich einen Winterjob gesucht. Was ihr trotz branchenfremder Ausbildung als Apothekerhelferin dank ihrer guten Sprachkenntnisse nie schwer fiel. Das Charmant-frankofone – ihr Vater war Franzose – schimmert noch heute ab und zu durch.

Startschwierigkeiten
1989/1990 bestand die Verlobte die «Probezeit» als Wirtin, wie der Trumpf Buur-Wirt ganz verschmitzt gesteht. Danielle hatte ja auch in der Zwischenzeit die Wirteprüfung nachgeholt. Am Sonntag, 15. Januar 1989, erlebte das junge Wirtepaar die Feuertaufe. Alle wollten den «neuen» Trumpf Buur sehen. Das Restaurant und später auch die Terrasse waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Es war so angenehm draussen: Die Gäste holten die Gartenmöbel selber auf die Terrasse. Was Küche und Service noch mehr ins Trudlen brachte. Selbst das Porzellan reichte nicht – Teller aus drei verschiedenen Services mussten dran glauben. Und um halb zwei stieg auch noch die Kasse aus. Von der Arbeit in den Häusern auf den Wanderjahren des Jungwirts war er gewohnt, die Speisen hübsch angerichtet auf Platten zu servieren, was das Serviceteam zusätzlich in Zeitnot brachte.

Diskussionspunkt war anfangs auch die Öffnung der Terrasse. Als ein Gast unbedingt draussen bedient werden wollte und diesem Wunsch mit den Worten «wollen Sie nichts verdienen?» Nachdruck verlieh, gab ihm Gastgeber Ruedi Fischlin den Rat samt Portemonnaie «Ich habe momentan keine Servicekraft verfügbar – sie können den Job gerne übernehmen». Das ist jedoch die Ausnahme in der Regel. Bereits nach einem Monat stellten die jungen Wirtsleute die Menukarte komplett auf den Kopf – es gab nun Tellerservice mit bewährten und beliebten Gerichten. Saisonale Spezialitäten wie Bärlauch, Wild ergänzten das Angebot. Und so ist es bis heute geblieben. «Wer im Trumpf Buur einkehrt bekommt genau was auf der Karte steht», bestätigt der Gastgeber überzeugend. Und «Unsere Gäste sollen sich bei uns daheim fühlen, unser Restaurant – ist meine und ihre Stube.»

Generationen-Treffpunkt
Gute Gäste, viele davon Stammgäste, schätzen den Trumpf Buur seit Generationen. Oft kommen junge Berufsleute mit ihrem ersten Lohn – und der ersten Freundin – um einen Coupe zu essen, eine Runde Minigolf zu spielen. Oder auch für ein erstes Abendessen mit eigenem Geld.

Zukunft geplant
«Das Paradies auf dem Hundsrücken. Oase der Ruhe, Ort zum Abschalten», wie sich Danielle Fischlin ausdrückt, wäre nicht vollständig ohne die Tiere und die 18-Loch-Minigolf-Anlage. Für das Wohl der Esel, der Zwerggeissen, des Ponys und der Gänse sorgen Danielle und Ruedi jeden Morgen gemeinsam. «Die Tiere geben uns viel», sind sich die beiden einig. Das Zepter im Minigolf schwingen drei Rentner, die sich selbständig organisieren. Sie managen den Betrieb wie wenn er ihr eigener wäre, was die Besitzer sehr schätzen.

Glücklich sind Danielle und Ruedi Fischlin mit den aktuellen Teams in Küche und Gaststube. Als Gast spürt man wie hier mit Freude gearbeitet wird. Auch die beiden Töchter sind in den Fussstapfen ihres Vaters unterwegs. Als Köchinnen bereisen sie auf ihren Wanderjahren die Welt. Für eine Fortsetzung der Trumpf-Buur-Geschichte sind die Weichen gestellt. 1992 übernahmen Danielle und Ruedi Fischlin den Anteil von Bruder Ferdi, 2015 wurde eine AG gegründet.Text & Bild Marlis Jungo

Unser nächster Gast in der Rubrik «Menschen» ist auf Wunsch von Danielle und Rudolf Fischlin – die Galeristin Michela Grunder Lazzarini aus Adligenswil.