Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Zum Glück kein Bombenalarm

Küssnacht: Vergangenen Montag, kurz vor dem Mittag, erlebten Fahrgäste eine merkwürdige Fahrt nach Luzern wegen einer Notbremsung.

Rund die Hälfte der Fahrgäste wartete beim Verkehrshaus auf den Bus, während die anderen bereits mit dem Voralpen-Express Richtung Luzern fuhren.

Rund die Hälfte der Fahrgäste wartete beim Verkehrshaus auf den Bus, während die anderen bereits mit dem Voralpen-Express Richtung Luzern fuhren.

Zirka 11.15 Uhr, beim Bahnhof Küssnacht: Auf den Perrons warten ein paar Dutzend Menschen auf die Züge Richtung Brunnen und Luzern. Ihnen dringt über Lautsprecher bald die Meldung an die Ohren, dass sich infolge betätigter Notbremse die Züge verspäten. Als die S3 aus der Richtung Arth Goldau eintrifft, können die Passagiere nur ein paar Minuten Platz nehmen, denn sie werden gebeten wieder aus- und in einen Ersatzbus umzusteigen. Nach gefühlten zehnminütiger Wartezeit – kein Bus ist da -, bittet ein SBB-Mitarbeiter die Leute wieder im Zug Platz zu nehmen. Rund zwanzig Minuten dauerte dieser Spuk – so von einem Fahrgast bezeichnet. Nur ahnte er zu jenem Zeitpunkt nicht, dass dieser Spuk eine Fortsetzung erhält. Aus den Lautsprechern ist kurz vor Meggen zu hören: «Soeben ist die Notbremse betätigt worden.» Sekunden später: «Liebe Fahrgäste, entschuldigen Sie bitte, das war eine Falschmeldung.» Weitere Minuten darauf die nächste Meldung: «Infolge Zugverspätung bitten wir alle Fahrgäste, beim Verkehrshaus auszusteigen und mit dem Ersatzbus weiterzufahren.» «Das ist eine Zumutung», sagt eine Frau. Weitere Fahrgäste lassen ihrem Ärger freien Lauf. Bei der besagten Bus-Station werden alle erneut auf die Geduldsprobe gestellt. Einige sehen den Voralpen-Express heranfahren, machen kehrt und steigen in diesen ein, um ihren Zielort Luzern schnell zu erreichen. Ein Ersatzbus kommt nie an, stattdessen nach weiteren mehr als fünf Minuten Wartezeit können die verbliebenen Frauen und Männer in die Linie 6 einsteigen. Eine Frau sieht es positiv: «Ich habe schon Schlimmeres erlebt – einen Bomben-alarm am Flughafen.» Sie wie alle anderen Passagiere treffen mit einer rund halben Stunde Verspätung in Luzern ein.

Keine Notbremsung

Gemäss SBB-Pressestelle hat niemand die Notbremse betätigt. «Der Lokführer erhielt diese Anzeige, deshalb ist die entsprechende Meldung raus», erklärte Lea Meyer. Wie sich später herausstellte, war es lediglich eine Störung am Fahrzeug. Meyer weiter: «Da nicht klar war, ob der Zug weiterfahren kann, wurden die Fahrgäste zuerst gebeten, aus dem Zug Richtung Luzern aus- und auf einen Ersatzbus umzusteigen.» Als ungeschickt befand Meyer, dass die Fahrgäste beim Verkehrshaus nicht auf den gleich folgenden Voralpenexpress hingewiesen wurden. Der Ausstieg beim Verkehrshaus war erforderlich, damit die S3 wenden und weitere Züge pünktlich an- und abfahren konnten. «In Situationen wie bei dieser Störung müssen wir sehr schnell entscheiden. Da kann eine solche Information vergessen gehen», erklärte Lea Meyer zum beschriebenen Vorfall.