Rigi Anzeiger
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Zum Pionier der Volksliedforschung

Vitznau würdigt das Werk von Alfred Leonz Gassmann

pd. «Rund um A.L.Gassmann» heissen die Veranstaltungen im Vitznauerhof. Sie gelten dem Komponisten, Tonpsychologen und Pionier der Volksliedforschung Alfred Leonz Gassmann.

Das erste der beiden Konzerte findet am Samstag, 20. Oktober, im Hotel Vitznauerhof statt (Apéro ab 19 Uhr). Ergänzt werden die musikalischen Darbietungen durch zwei Kurzvorträge: Frau Gemeindeammann Irene Keller wird über ihren Grossvater A.L.Gassmann aus familiären Erinnerungen erzählen, und John Wolf Brennan wird Gassmanns Werk und Wirken vorstellen. Eröffnet wird der Abend um 19.30 Uhr mit einer musikalischen Einstimmung durch den Jodlerklub Weggis und den russischen Alphornweltmeister Arkady Shilkloper. Das Konzert mit «Pago Libre» und die beiden Vorträge beginnen um 20 Uhr. Am Sonntag, 21. Oktober, findet um 16.30Uhr im Alters-Zentrum Hofmatt Weggis ein zweites Konzert mit Pago Libre statt (ohne Vorträge). Der Eintritt ist bei beiden Veranstaltungen frei.

 

Alfred Leonz Gassmann

A. L. Gassmann wurde am 31.12.1876 in Buchs bei Dagmersellen (LU) geboren. Nach dem Lehrerseminar in Hitzkirch war er Organist in St. Urban und später in Weggis. In Genf studierte er Komposition und Orgel sowie Harmonie und rhythmische Gymnastik. 1909 wurde er Musikdirektor in Sarnen und Musiklehrer am dortigen Benediktiner-Kollegium. Von 1921 bis zu seiner Pensionierung 1943 wirkte er als Organist an der Stiftskirche St. Verena in Zurzach. Seinen Lebensabend verbrachte er im «Schweizerheim» und dann in der «Walpurga» in Vitznau, wo er 1962 verstarb. A.L.Gassmann war Initiant und Mitbegründer des Schweizerischen Volksliedarchives in Basel und erfolgreicher Komponist und Musikpädagoge. Sein grösstes und bleibendes Verdienst ist seine Sammlertätigkeit. Von 1899 bis 1951 notierte er systematisch Volkslieder und Instrumentalmusik, wie sie in den Kantonen Luzern, Schwyz, Ob- und Nidwalden gepflegt wurden. Ein grosser Erfolg wurde 1914 Gassmanns Volksliederbüchlein für die Schweizer Jugend, «Juhui». Pionierarbeit leistete er auch in seinem Buch «Tonpsychologie des Schweizer Volksliedes» (1936), in dem er versuchte, das Volkslied der Schweiz aus der Landschaft (Bodengestaltung, Klima) heraus zu deuten und zu erklären. 1938 verfasste er mit «Blast mir das Alphorn noch einmal!» eine anspruchsvolle Schule des Alphorn-Spiels.

 

Pago Libre

Das internationale Jazzquartett Pago Libre spielt seit 1989 seine ureigene, groovige Mischung aus alpin geerdeten Rhythmen, folkigen Melodien und kammermusikalischer Finesse, mit viel Jazz angereichert, bald funkig fetzig, bald elegisch experimentell. Arkady Shilkloper (Horn, Alphorn, Flügelhorn), Tscho Theissing (Violine, Stimme), der Weggiser John Wolf Brennan (Klavier, Melodica) und Tom Götze (Kontrabass, Tuba) sind Musiker mit klassischer Ausbildung, virtuose Einzelkämpfer und organisch zusammengewachsene Improvisatoren.

 

Jodlerklub Weggis

Der Jodlerklub Weggis wurde 1945 von drei initiativen Weggiser Jodelfreunden gegründet. Alfred Leonz Gassmann war der erste Dirigent, und er hat sich ausdrücklich «für eine gute Gesangsqualität» eingesetzt. Es wird ihm nachgesagt, dass er «ziemlich streng» gewesen sei und auch nicht jeden Sänger akzeptiert habe… Der Jodlerklub Weggis hat während des Jahres rund 30 Auftritte, dazu einen traditionellen, grossen Jodlerabend. Er nimmt teil an Zentralschweizerischen und Eidgenössischen Jodlerfesten.