Rigi Anzeiger
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Zunftmeister mit vielen Haaren auf dem Kopf

Ebikon: Jörg Bucher stellt sein Amt als Präsident der Rotseezunft zur Verfügung. Im Interview verrät er, was ihn bereicherte, über Veränderungen in der Rotseezunft, seinen Nachfolger und den neuen Zunftmeister.

Jörg Bucher hat die Fahne für den Zunftmeister 2017 schon parat. Interview und Bild cek

Jörg Bucher hat die Fahne für den Zunftmeister 2017 schon parat. Interview und Bild cek

Jörg Bucher, haben Sie Ihren Rücktritt als Präsident bewusst ins 20. Jahr ihrer Mitgliedschaft bei der Rotseezunft gewählt?
Was Sie wieder herausgefunden haben! Fehlt nur noch, dass ich nach 10 Jahren Mitgliedschaft Zunftmeister wurde. Das ist alles Zufall.

Weshalb wollen Sie schon nach 5 Jahren aufhören?
Schon? Ich bin ein leidenschaftlicher Zünftler mit viel Herzblut. Das wollte ich auch als Präsident sein und benötigte dementsprechende Ressourcen. Diese in Zukunft freischaufeln zu können, ist mir nicht mehr möglich, da ich sie für meine Firma Simaprint benötige. Ausserdem stehen Veränderungen in der Zunft an, so dass ich mein Amt gerne in neue Hände gebe.

Welche Veränderungen stehen denn an?
Beim Ablauf des Bots: Der geschäftliche Teil wird im neuen Höfli-Saal abgehalten. Anschliessend dislozieren die Zünftler in das Zentrum Höchweid, wo der traditionelle Rindspfeffer serviert und zum Dessert der neue Zunftmeister präsentiert wird. Die Insignien-Übergabe erfolgt neu am selben Abend. Die eigentliche Inthronisationsfeier mit zirka 250 Gästen findet aufgrund der räumlichen Problematik in Ebikon neu in den Hallen der Emil Frey AG statt, worauf wir uns sehr freuen und dankbar sind. Der bisherige kleine Umzug im Vorfeld fällt weg.

Welche Freuden und Leiden haben Ihre präsidiale Zeit geprägt?
Ich habe als Präsident nur Freuden erlebt. Ich lernte viele neue Menschen kennen, die sich auch ausserhalb der Zunft für das Kulturgut Fasnacht einsetzen. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann das an unserer Äbiker-Tagwach mehr Eltern und Kinder teilnehmen würden… Das wäre schon sehr schön!

Oft waren Schweissperlen beispielsweise vor einer Inthronisation auf Ihrer Stirn zu beobachten. Waren Sie nervös oder befürchteten Sie, dass etwas schief gehen könnte?
Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je Schweissperlen auf der Stirn hatte. Sicher war ich am Anfang vor besonderen Anlässen wie der Inthronisationsfeier nervös, auch weil ich alles perfekt machen wollte. Das legte sich vor allem in den vergangenen zwei Jahren. Befürchtungen, dass etwas schief laufen könnte, hatte ich nicht. Mir stand ein Zunftrat zur Seite, auf den ich mich hundertfünfzig Prozent verlassen konnte.

Was nehmen Sie für sich aus der Zeit als Präsident heraus?
Für mich war diese Zeit ein Stück weit Lebensschule. Im Umgang mit Erwachsenen, die Fronarbeit leisten, begegne ich mit grösserem Dank und grösserer Wertschätzung. Ich lernte bei Konflikten und schwierigen Situationen Respekt und Haltung zu bewahren.

Wo wird man Sie künftig bei der Zunft sehen? Als Plakettenverkäufer, Zuschauer an Umzügen oder…?
Man wird mich weiterhin an jenen zünftigen Aktivitäten antreffen, wo es mir möglich ist. Ausserdem werde ich zu den Narrebuebe zurückkehren und mich erneut als Plakettenverkäufer zur Verfügung stellen.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?
Viele tolle Begegnungen und eine grosse Unterstützung aus den eigenen Reihen sowie unfallfreie Umzüge, viel Spass und gefreute Stunden bei den Arbeiten als Präsident.

Dürfen wir seinen Namen schon erfahren oder unterliegt er strengster Geheimhaltung?
Sein Name ist allgemein bekannt, durch seine bisherige 14jährige Mitgliedschaft in der Zunft und als ehemaliger Zunftmeister im 2011 sowie als Umzugschef während 13 Jahren.

Machen Sie es nicht so spannend! Wer ist es?
Sein Name ist Toni Emmenegger. Er muss aber noch am Bot als Präsident gewählt werden!

Wer wird neuer Zunftmeister?
Ein Mann aus unseren Reihen.

Und…?
Sie sind neugierig! Man weiss, dass er schon seit mindestens drei Jahren Zunftmeister werden möchte und er hat viele Haare auf dem Kopf. Auch eine liebe Frau steht ihm zur Seite. Er ist ein Chrampfer von frühmorgens bis spätabends. Es gäbe noch viel zu erzählen über den neuen Zunftmeister… aber das machen wir jetzt nicht, sonst haben Sie nach dem Bot nichts mehr zum Schreiben.

Haben Sie ihn ausgesucht?
Nein, er hat sich beim Zunftrat gemeldet, was nicht üblich ist. Das war sogar eine Premiere für mich. Für den neuen Zunftmeister, der sich auch seinen Weibel ausgesucht hat, wird das Bot übrigens zu einem Happy Day.

Dürfen wir Sie noch um einen Schlusssatz bitten?
Sehr gerne danke ich der Gemeinde Ebikon sowie unseren Sponsoren für ihre Unterstützung und herzlichen Dank den Medien insbesondere dem Rigi Anzeiger für die jeweils tollen und ausführlichen Berichterstattungen. Sie waren für mich eine grosse Freude. Und…last but not least… Vielen Dank an die GM (Guuggenmusigen), VGÄ (Vereinigte Guuggenmusig Äbike) und allen Fasnächtlicherinnen und Fasnächtler für die wertvolle Mitarbeit, tolle Unterstützung und Mitgestaltung eines der schönsten Kulturgüter, der Äbiker-Fasnacht.