Rigi Anzeiger
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Zusammenarbeit Ja, Fusion Nein

Rontaler Gemeinden zeigen wenig Interesse an Fusion mit Dierikon

Dierikon steht vor finanziell harten Zeiten. Die FDP schlägt als mögliche Rettung eine Fusion vor. Politisches Kalkül, nicht spruchreif – die Rontaler Gemeinden stehen dem Vorschlag kritisch gegenüber.

Die laufende Rechnung von Dierikon wird mit grösser Wahrscheinlichkeit mit einem Minus abschliessen. Und die Prognosen sind infolge massiv sinkender Einnahmen von Unternehmenssteuern nicht besser. Im Gegenteil. Dierikon braucht eine Lösung. Doch welche? Eine Fusion, sagt die FDP. Ein Vorschlag, der bei den Rontaler Gemeinden nicht gleichermassen gut ankommt.

Heinz Schumacher, klein

Heinz Schumacher, Gemeindpräsident von Root, sieht keinen Handlungsbedarf, selber aktiv zu werden, hält aber fest: «Wir sind stets offen für Gespräche mit den umliegenden Gemeinden. Es wäre zu prüfen, ob und wo es Synergien geben könnte.» Schumacher ist überzeugt, dass das Thema Fusion für alle Rontaler Gemeinden durch verschiedene Fragestellungen immer wieder diskutiert werden wird: «Die bereits enge Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen wird sicher immer wieder geprüft und wo sinnvoll auch ausgebaut.»

gisikon muri alois

Ähnlich der Tenor auch in Gisikon. Für Alois Muri, Gemeindepräsident Gisikon, ist eine Fusion mit Dierikon schon aus geografischen Gründen kein Thema. Der Vorschlag sei wohl eher aus politischem Kalkül entstanden: «Jetzt, da Dierikon steuerliche Probleme hat, kommt die Fusion auf den Tisch.». Auch langfristig stehe eine mögliche Fusion nicht auf der Traktandenliste von Gisikon, aber: «Sicherlich wird dieses Thema immer wieder von verschiedenen Seiten aufgegriffen werden.»

honau Koller Amade 1919

Amadé Koller, Gemeindepräsident von Honau plädiert ebenfalls für eine Selbständigkeit der Rontaler Gemeinden, setzte jedoch auf Zusammenarbeit: «Themenbezogene Zusammenarbeit, wo angezeigt, steht uns gut an. Das wir auch bestens praktiziert. Aktuell sind wirkliche Vorteile bei Teil- oder Gesamt-Fusionen noch nicht explizit erkennbar.». Eine direkte Fusion nur mit Dierikon sei unrealistisch. «Wenn Fusionen, dann sind sie am ehesten grossräumig, als Region Rontal zu diskutieren. Die Zeit für eine grosse Fusion ist jedoch nicht reif. Bei der Grösse der Rontaler Gemeinden wir diese Frage allerdings immer wieder auftreten.»

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Buchrains Gemeindepräsidentin Käthy Ruckli, weist darauf hin, dass sich die Gemeinden Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Honau und Root 2009 im Rahmen einer Studie zu «Fusion und Kooperation in den Rontaler Gemeinden» mit dieser Frage beschäftigt. «Die Studie nannte mögliche Entwicklungsrichtungen mit einem ‹unteren Rontal› und ‹oberen Rontal› als durchaus realistisch. Buchrain favorisierte tendenziell das Szenario ‹Fusion oberes Rontal›, mit Fernziel Anschluss an die Starke Stadtregion Luzern. Da das Volk entsprechende Verhandlungen ablehnte, ist dies mittelfristig kein Thema mehr. Zudem lösen Fusionen die strukturellen Probleme nicht, in denen wir Gemeinden aktuell drinstecken.»

ebikon gasser

Am offensten scheint die Haltung von Ebikon zu sein. Gemeindepräsident Daniel Gasser: «Gemäss unserer Strategie 2017 ist Ebikon offen für die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden. In vielen Bereichen findet dies vertieft statt. Gespräche über eine Fusion mit Dierikon müssten sicher von den Behörden und Parteien Dierikons lanciert werden. Grundsätzlich sind wir in diesem Falle offen die Zusammenarbeit zu stärken oder eine mögliche Fusion zu prüfen.»