Rigi Anzeiger
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Zweiter Abschnitt der Südumfahrung – ja oder nein?

Küssnacht: Ein heisser Abstimmungskampf ist um den zweiten Abschnitt der Südumfahrung (kurz SUK2) entbrannt. Für die einen ist es ein zukunftweisendes Projekt zur weiteren Verkehrsentlastung des Dorfes Küssnacht und für die anderen ein unnötiges Bauwerk, das zu viel Geld verschlingt.

Durch das Gebiet oberhalb der Grepperstrasse würde der Tunnel zum zweiten Abschnitt der Südumfahrung geführt. Bild Natascha Moser

Durch das Gebiet oberhalb der Grepperstrasse würde der Tunnel zum zweiten Abschnitt der Südumfahrung geführt. Bild Natascha Moser

cek. 149 Millionen Franken betragen die Kosten für den zweiten Abschnitt zur Südumfahrung (SUK2) des Dorfes Küssnacht. Daran müsste sich der Bezirk mit 114,2 Millionen Franken beteiligen. Zusätzlich muss er für verkehrsberuhigende Massnahmen und die Sanierung der Grepperstrasse 2,84 Millionen Franken aufbringen. Über 116 Millionen Franken beträgt dementsprechend der Verpflichtungs- respektive Baukredit, über den das Küssnachter Stimmvolk am 21. Mai zu befinden hat. Der Bezirksrat empfiehlt ein Nein, denn er betrachtet die Kosten für die Realisation des zweiten Abschnittes der Südumfahrung als zu hoch. Die Rechnungskommission sieht das genauso und schreibt: «Gemäss unserer Prüfung werden bei der Vorlage des Verpflichtungskredites die gesetzlichen Grundsätze bezüglich Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Haushaltsgleichgewicht nicht eingehalten.»

Kämpferische Initianten
Die zweite Abschnitt der Südumfahrung, von der Räbmatt bis zum Breitfeld, war schon bei seiner ersten Projektierung umstritten. Die Stimmbevölkerung lehnte im Juni 2012 den damaligen Verpflichtungskredit von 74,63 Millionen Franken ab. Daraufhin bildete sich das Initiativkomitee SüdPlus mit Hans Lüthold, Urs Baumberger, Felix Höhn, Lenz Lothenbach, Hans Brandenberg und Bruno Werder. Sie arbeiteten für den Abschnitt Räbmatt bis zum Breitfeld eine Umfahrung aus, die im Vergleich zum ersten Projekt eine durchgehende Tunnellösung aufzeigte. Sowohl die Initiative wie auch der Planungskredit dazu wurden von der Küssnachter Stimmbevölkerung angenommen. Auch jetzt treten die erwähnten Initianten wieder auf und votieren für eine Annahme des Verpflichtungskredites. Vergangene Woche erläuterten sie an einer Informationsveranstaltung insbesondere die im Vergleich zum ersten Projekt höheren Kosten (siehe Kasten). Dabei betonten sie, dass bei der aktuellen Kostenplanung rund 20 Millionen Franken als Reserven eingeplant wurden. Im 2012 waren es noch 9 Millionen Franken. Auch seien die Kosten des Tunnelbaus budgetiert als jene zum ersten Abschnitt. Die Initianten wiesen ferner auf das vom Schwyzer Regierungsrat eingeleitete Vernehmlassungsverfahren zur Revision des Finanzhaushaltsgesetzes hin, das lineare Abschreibungen für Bauwerke von langer Nutzungsdauer vorsieht.

Geringer Nutzen
Zwischenzeitlich hat sich ein Gegnerkomitee gebildet, das sich klar gegen die Fortsetzung der Südumfahrung ausspricht. Sie sehen auch einen eher geringen Nutzen darin. Aus ihrer Sicht würde das Verkehrschaos bereits durch die Kernumfahrung (diese ist zurzeit im Bau) gelöst. «Die Südumfahrung bringt bei hohem Verkehrsaufkommen keine Besserung, denn vor dem Tunnel Räbmatt müssen sowieso alle Fahrzeuge auf eine Spur», fügt Rudolf Räber vom Gegnerkomitee an. Er vertritt ausserdem die Meinung, dass in 20 Jahren – spätestens dann soll die SUK 2 fertig erstellt sein – alles anders sein wird. «Die Post macht bereits Versuche mit selbstfahrenden Autos, in Zug kommt ein selbstfahrender Bus zum Einsatz. Es liegt also auf der Hand, dass in Zukunft die Autos selber für einen flüssigen Verkehr sorgen werden. Autos werden abgasfrei und beinahe geräuschlos fahren. Und um Lösungen für Verkehrssicherheit werden sich diverse Anbieter streiten», erläutert er. Wie das Gegnerkomitee im weiteren bekundet, würden durch die Kosten für die SUK2 der jungen Generation hohe Schulden aufgelastet werden und ergänzt: «Im Jahr 2034 werden es allein 80 Millonen Franken für dieses Projekt sein.»

Beileibe führen die beiden Komitees noch weitere Pro- und Contra-Argumente zur SUK2 auf. Dazu kommen die zahlreichen Meinungen aus der Bevölkerung des Bezirks Küssnacht und der Parteien.